Kultbag

Kultbag - Foto Nannette Römer

Kurz-Info

Egal ob wasserscheu, Augen zu oder auf, Seepferdchen oder nicht, Taucheranzüge auf der Straße tragen kann ein echtes Erlebnis sein.

 

Das Knistern der Taschen lässt einen bei jedem Öffnen und Schließen einen leichten Windhauch spüren und die weiblichen Träger vielleicht in eine leichte Sehnsucht nach dem Surflehrer des letzten Sommerurlaubs verfallen - die bunten Windsurfing-Taschen aus recycleten Surfsegeln ziehen nicht nur viele Blicke, sondern auch viele neugierige Hände auf sich. Neid nicht ausgeschlossen.

 

Jede Tasche ist ein unwiederbringliches Einzelstück, und immer noch sind es in erster Linie die ungewöhnlichen, zweckentfremdeten Materialien, die den Kultbag definieren. Einzig die Vielfalt der Formen und Werkstoffe nimmt mit jedem Jahr zu.

 

„Kultbag“, das ist Bernd Dörr. Seine ersten Taschenmodelle aus alten LKW-Planen fertigte Dörr 1996. Als Hobby und zum Spaß für Freunde. Zuvor arbeitete der Sohn eines Spediteurs und Neffen eines LKW-Planenschneiders selbst als LKW-Fahrer und Spediteur.

 

Bis dato gibt es Kultbags in über 25 Formen und in einer Auswahl von verschiedensten Recycling-Materialien wie Luftmatratzen, Postsäcken, Armee-Decken, Stoffen, Reis- und Futtersäcke, Taucheranzüge, Cabriodächer, Kaffeesäcken, Surfsegeln und Autoschläuchen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Damit ist die Zukunft gesichert.

 

tl_files/eco_nachrichtenbilder/Storys/kultbag3.jpgSeine Spezialität hat sich inzwischen herumgesprochen. Potenzielle Kunden wenden sich an ihn – und bringen das Material gleich mit. Das kann der Zivi sein mit ein paar alten Decken oder ein großes Unternehmen. Ob Tabakanbieter Drum, die FDP, Sigma Sport oder die Agentur der Rockgruppe Garbage – alle haben bereits aus Sonnenschirmen, großflächigen Werbebannern oder Planen Taschen in Auftrag gegeben.
Doch das ist nicht der Normalfall. Als Engpass entpuppt sich daher die Materialbeschaffung. Dieser Prozess fordert ebenso viel Kreativität und Engagement wie Design und Herstellung. Die Reissäcke organisiert Dörr selbst von thailändischen Märkten, gebrauchte Cabrioverdecke liefern kleinere Sattlereien. „Bei den Gardinen habe ich fast zweieinhalb Jahre gebraucht, bis ich das Material in der notwendigen Menge gefunden habe. Und Autoschläuche bekomme ich erst in drei Monaten wieder“, bedauert Dörr. Denn wegen des Siegeszuges des schlauchlosen LKW-Reifens entwickelt sich das Ausgangsmaterial zur gesuchten Rarität.

Vertrieb über Stores und Online-Shop